Wählen Sie Ihr Land :.

RIOJA BLOG

Die vier Qualitätsstufen Teil 1

 

Die vier Qualitätsstufen der DOCa Rioja-Gewächse und ihre Typizitäten Teil 1

 

Die generische Qualitätsstufe der DOCa Rioja

 

Die Weine der Rioja (und natürlich auch der meisten anderen spanischen Qualitätsweingebiete) sind über vier Qualitätsstufen verteilt. Der größte Erklärungsbedarf entfällt dabei auf die Basisebene der generischen Weine, die einfach als Stufe der vino joven bezeichnet wurde. In früheren Jahren stand diese Qualitätsstufe den Weinen offen, die als Jungwein vermarktet werden sollten und keinen Ausbau im Eichenfass und auf der Flasche aufwiesen. Im Zuge der großen Veränderungen in Sachen Weinstile und Weinbereitung drängen seit etwa eineinhalb Jahrzehnten immer mehr hochwertige Gewächse in diese Kategorie, die aufgrund einer fehlenden Definition hinsichtlich der Ausbauzeiten die meisten Freiheiten bietet. So hat sich diese Basis zu einem Auffangbecken für die Superpremium-Gewächse der Individualisten der Nouvelle Vague entwickelt, die der DOCa. Rioja schon seit geraumer Zeit ihren Stempel aufdrücken. Waren es früher die Gran Reserva-Weine, welche die höchsten Ladenpreise für sich beanspruchten, ist es heute eine elitäre Gruppe unter den Weinen der generischen Basisqualitätsstufe, welche die höchsten Preise ansetzt. Die Reaktion der Behörden ließ eine Weile auf sich warten. Erst vor wenigen Jahren nahm der zuständige Kontrollrat bzw. die Weinbaubehörde in Logroño schließlich eine neue Definition für diese generischen Qualitätsebene in das Regelwerk der Rioja auf, um diesen speziellen Weinen der Basisebene besser gerecht zu werden. Die neue Bezeichnung heißt nun nicht mehr joven sondern garantía de origen (Herkunftsgarantie) und wird in der deutschen Übersetzung folgendermaßen definiert:

 

Dieses Etikett garantiert die Herkunft des Weins aus der DOCa Rioja. In der Regel handelt es sich bei den Weinen um Jungweine, die gar nicht oder nur kurz im Eichenfass gereift sind. In seltenen Fällen wird das Label auch für gereifte Weine verwendet, die nicht innerhalb der Vorgaben für die Qualitätsstufen Crianza, Reserva und Gran Reserva ausgebaut werden.

 

Damit steht diese Basisstufe, die im Übrigen mit einem hellgrünen Rückenetikett ausgezeichnet ist, heute für echte Jungweine, darunter natürlich nahezu die gesamte Weißwein- und Rosado-Produktion, sowie für Rotweine mit beliebig langem Fassausbau, die von Seiten der Weinmacher aus unterschiedlichsten Gründen nicht in die Qualitätsklassen Crianza, Reserva und Gran Reserva integriert werden sollen. Die meisten Rioja-Kenner werten die generischen Weine als große Bereicherung des Angebotes, hat sich doch diese Basisqualitätsstufe als idealer Nährboden für die kreative Kraft der Winzer erwiesen. Die generische Basisstufe bietet dem Winzer ein gewisses Maß an Freiheit, je nachdem, welchen Weintyp er im Auge hat. Gerade bei den auf klare aber komplexe Frucht ausgelegten Superpremium-Weinen kann es sich auszahlen, abseits der Reserva-Kategorie zu arbeiten. Dem Weinmacher ist auf diese Weise freigestellt, in einem schwächeren bzw. komplizierten Jahrgang das Korsett einer festgelegten Ausbauzeit im kleinen Eichenfass zu umgehen.