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RIOJA BLOG

Die vier Qualitätsstufen Teil 2

 

Die drei an Lagerzeit gebundenen Qualitätsstufen der DOCa Rioja

 

Die erste Qualitätsstufe, die an eine konkrete Lager- bzw. Ausbauzeit gebunden ist, nennt sich Crianza, deutsch Ausbau oder Erziehung. Obwohl natürlich nach wie vor auch einige Weißweine (sowie eine Handvoll Rosados) dieser Kategorie vermarktet werden, entfällt natürlich fast die gesamte Produktion auf rote Qualitäten. Ein klar definierter Stil existiert nicht, doch dürfte diese Kategorie die wohl homogenste der vier Stufen sein. Generell stehen Crianza-Qualitäten für fruchtbetonte, schnell zugängliche Rotweine von mittlerer Konzentration, die meist auf Harmonie ausgerichtet sind. Dennoch gibt es vinos de crianza mit mittelfristigem Reifepotenzial, die auch noch nach fünf, sechs Jahren viel Freude bereiten. Die Crianza gilt als Visitenkarte der Kellerei, insbesondere bei den großen Produzenten. Sie steht für qualitative Kontinuität und gibt in der Regel einen Hinweis auf den Stil der Häuser. Ihre Definition lautet wie folgt:

 

Die Bezeichnung vino de crianza erhalten Rotweine, die mindestens zwei Jahre gereift sind, davon mindestens ein Jahr im kleinen Eichenfass (Barrique). Weißweine und Rosados reifen ebenfalls zwei Jahre, davon mindestens sechs Monate im Eichenfass.

 

Die nächsthöhere Ebene wird als reserva definiert und muss folgende Ausbaukriterien erfüllen:

Das Prädikat Reserva dürfen Rotweine eines sehr guten oder hervorragenden Jahrganges tragen, die drei Jahre im Fass und auf der Flasche reifen, davon aber mindestens ein Jahr im Barrique. Erst im Januar 2017 legte die zuständige Weinbaubehörde in Logroño eine zwingende Reife auf der Flasche fest. Zuvor hatten die Erzeuger die Möglichkeit, ihre Reservas über die gesamte vorgeschriebene Ausbauzeit im Holz reifen zu lassen! Für Weißweine und Rosados gilt eine Mindestlagerzeit von zwei Jahren, davon ebenfalls sechs Monate im Eichenfass.

Die Gruppe der Reserva-Weine der Rioja weist einen breiten Stilfächer auf. Die Weine gelten als sehr zuverlässig und meist gut haltbar. Sie werden in der Regel mehr auf Konzentration ausgelegt und sind nicht immer sofort trinkreif, wenn sie auf den Markt kommen. Auch Frucht und Tannin halten sich zum Zeitpunkt ihrer Freistellung nicht immer die Waage. In einigen mittelgroßen Häusern bilden die Reservas die Qualitätsspitze und können durchaus wuchtig oder ausgesprochen kraftvoll wirken.

 

Das Flaggschiff der Rioja ist indes immer noch die Gran Reservas, da das Pago- bzw.  Lagenwein-Thema momentan in der DOCa Rioja nicht zur Debatte steht. Entgegen der oftmals vorherrschenden Meinung, die qualitative Spitze eines Gebietes müsste auch die konzentrierteste sein, zeigt sich die Mehrzahl der Gran Reservas fein, ausgereift und elegant. Muskulöse Weine in der Königsklasse sind eher selten. Das Rückenetikett für diese Wein fällt übrigens dunkelblau aus. Fünf Jahre Lagerzeit sind vorgeschrieben, verteilt auf 24 Monate Barrique und definitiv 36 Monate Flasche. Um jeden Zweifel auszuschalten: Ein Zwischenlager im großen Holz oder Betontank wird nicht angerechnet!