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So schmeckt Rioja II / Rebsorten

 

Womit anfangen, um die Verwirrung nicht noch weiter zu steigern? Ausbau, Terroir, Mensch oder Rebsorte(n)? Ich denke, dass wir hinten anfangen sollten. Also nicht beim Trinken des Weines, sondern in meiner Aufzählung hinten, beim Einfluss der Rebsorte(n) [Link Rebsorten] auf den Geschmack.

 

Da stellt sich gleich die entscheidende Frage: Steht die Rebsorte bzw. stehen bei Cuvées die Rebsorten überhaupt bei einem Rioja auf dem Etikett, so wie wir es von den deutschen Weinen kennen? Nicht unbedingt, aber das macht es weder leichter noch schwerer, da die mit Abstand meistangebaute rote Rebsorte der Rioja Tempranillo [Link Tempranillo] ist. Sei es reinsortig oder in einer Cuvée: Tempranillo prägt den Geschmack in vielen Fällen. Wenn die Bodega auf eine andere Sorte setzt, dann wird es jedoch – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – auf dem Etikett vermerkt sein, da dies eine bewusste Unterscheidung zu anderen Weinen der Region ist, ein Allleinstellungsmerkmal sozusagen.

 

Und wie schmeckt nun Tempranillo? Als typische Fruchtaromen fallen meist Kirsche und Zwetschge auf.  Vom Mundgefühl her erwartet Sie eher ein weicher, harmonischer Stil, ohne übermäßig viel Gerbsäure, welche das raue, kratzige Mundgefühl verursacht. Daher wird Tempranillo auch oft mit „sanft Samt und Seide“ beschrieben. Tempranillo hat sich zurecht den Ruf einer eher zugänglichen und konsumentenfreundlichen Rebsorte verdient. Wenn nun andere Rebsorten auf dem Etikett angegeben sind, variiert der Geschmack verständlicherweise.

 

Bei einem Tempranillo-dominierten Wein kann sich Garnacha als Cuvée-Partner durch eine oft leicht florale Note, die an Veilchen erinnert und noch etwas mehr Abrundung bemerkbar machen. Graciano und Mazuelo als Cuvée-Partner können sich hingegen durch eine betontere Säure und etwas rauere Art bemerkbar machen. Beide Rebsorten werden dementsprechend häufig in den Cuvées eingesetzt, die länger Reifen sollen, also als Reserva oder Gran Reserva [Link Qualitätsstufen] auf den Markt kommen sollen. Und damit kommen wir auch schon zu dem Einfluss, den der Ausbau auf den Geschmack hat. Sprich ob der Wein im kleinen Eichenholzfass gereift wurde oder nicht. Aber dazu kommen wir in den nächsten Beiträgen dieser Serie …