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Riojas weiße autochthone Rebsorten – Teil 1

Das Anbaugebiet am Ebro verfügt über einen vielseitigen weißen Sortenfächer und stützt sich dabei vor allem auf heimische Sorten, die zum Teil erst in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten wieder reaktiviert wurden. Die inzwischen zugelassen gebietsfremden Sorten wie Chardonnay, Sauvignon blanc und Verdejo machen momentan nur etwa elf Prozent der weißen Gesamtfläche der DOCa. aus.

 

Viura

Mit über 4.200 Hektar führt die auch in anderen spanischen Appellationen verbreitete Hauptsorte den weißen Rebsortenfächer der Rioja an. Sie gilt eher als rustikal, neigt bei genügend Wasserzufuhr zu hohen Erträgen und zeigt sich dennoch einigermaßen robust bei Trockenstress. Die mittelgroßen Beeren mit ihrer eher dünnen Haut sind empfänglich für Fäulnis.

Die Viura ist bekannt für ihren sehr wandelbaren Charakter je nach Terroir, zählt nicht zu den aromatischen Sorten und glänzt eher mit floralen Noten als mit einem breit angelegten Fruchtausdruck. Charakteristisch sind reife Zitrusfrüchte begleitet von einer mittleren aber stabilen Säure. Bei moderaten Erträgen und auf gut durchlüftetem Terrain kann sie haltbare, komplexe Gewächse erzeugen. Erstaunlicherweise hat eine stattliche Anzahl von Bodegas inzwischen hervorragende Ergebnisse mit holzausgebauten Viuras erzielt. Diese Weine sind auch schon lange nicht mehr die Domäne der historischen Kellereien. Auch wenn natürlich viele der hochwertigen im Barrique ausgebauten blancos der Rioja auf der Basis von Cuvées gearbeitet werden, sind sie doch fast alle vorwiegend von Viura geprägt.

Verblüffend ist dabei die Kombination von Wachs und Weihrauch, welche das Bukett der besten Weine dieser Gattung bestimmt. Fast alle Weinmacherinnen und Weinmacher sind sich einig, dass die Viura die besten Resultate auf armen Kalkböden erbringt. Einige traditionelle Rioja-Häuser wie Muga und Bilbainas verfügen über Rebgärten, die im Kataster der Appellation Cava registriert sind. Somit ist es diesen Erzeugern erlaubt, Schaumweine unter dem Gütesiegel der DOP Cava zu erzeugen. Selbstredend nimmt die Viura die Führungsrolle in den entsprechenden Grundweinen ein. Früh gelesen, erbringt sie leichte und spritzige Qualitäten hervor, die auch durchaus komplexe Aromen entwickeln können, wenn die Kohlensäure nicht zuviel Dominanz ausübt.  Noten von Akazienblüten sind beispielsweise typisch für gereiftere Qualitätsschaumweine aus den Rebgärten der Rioja Alta.  Grüner Apfel, Zitronenzesten und selbst Waldmeister-Aromen prägen die jungen Vertreter mit kürzerem Hefekontakt.

 

Tempranillo blanco

Diese neue Sorte tauchte 1988 erstmals in einem Weinberg der Rioja Alta auf und stellt eine natürliche Mutation der roten Tempranillo dar. Mit rund 600 Hektar bedeckt sie inzwischen eine doch beachtliche Fläche und ist weiterhin stark auf dem Vormarsch. Sie weist einen sehr aromatischen Charakter auf, florale Noten, sowie Pfirsich und Aprikose gelten als typisch. Je nach Lesezeitpunkt bzw. Reifestadium kann sie auch von tropischer Frucht geprägt sein. Nicht nur ihre attraktive Aromatik sondern auch ihr außerordentlich ausgewogene Mundpräsenz machen sie unter den weißen Rioja-Sorten immer beliebter.

Die besten Gewächse glänzen am Gaumen mit subtilem Takt, Harmonie und zurückhaltenden Gerbstoffen. Sie benötigt tiefe, wasserspeichernde Böden, da sie empfindlich auf Trockenstress reagiert. Ihr Vegetationszyklus ist kurz, sie treibt spät aus und reift früh. Ihre zunehmende Popularität ist vor allem auf ihre Ausgewogenheit zurückzuführen mit einem eleganten Bukett einerseits wie einer feinen Säure andererseits. Um die Frische zu garantieren, lesen viele Winzer ihre weißen Tempranillos recht früh.