Wählen Sie Ihr Land :.

RIOJA BLOG

Riojas weiße autochthone Rebsorten – Teil 2

Garnacha blanca

Die Herkunft der frühreifenden Sorte ist in Katalonien zu suchen, von wo sie den Ebro hinauf bis in die Rioja gelangte. Die Weine sind relativ säurearm aber extraktreich, zeigen sich kräftig im Alkohol und neigen zu einem vollen Körper. Im Bukett dominieren Noten von gelber Frucht, aber auch Gewürzkräuter gelten als typisch. Zudem weist sie oft Anklänge von weißem und gelbem Ginster auf. Der Takt im Mund ist weich, voll und cremig. Sie eignet sich hervorragend für den Ausbau im Barrique auf ihren Hefen. Gerade einmal 147 Hektar befinden sich in Rioja in Produktion, Tendenz leicht steigend.

 

Malvasía Riojana

Mit rund 120 ha spielt diese Sorte nur eine untergeordnete Rolle im Gebiet. Obwohl sie schon lange vor der Reblausplage in Rioja heimisch war, stammt die Sorte wahrscheinlich ursprünglich aus der Extremadura, wo sie unter dem Namen Alarije bekannt ist. Sie weist große Beeren mit dünner und gelblicher Haut auf und erbringt weiche, säurearme Weine hervor, die unterstützend im Cuvée Körper und Mundgefühl potenzieren. Spät gelesen nimmt die Beere eine rötliche Farbe an, was ihr den Beinamen Rojal eingebracht hat. Die fälschlicherweise als Malvasía bezeichnete Traube ergibt die besten Ergebnisse in sehr trockenen Gewannen, da sie bei zu feuchten Rahmenbedingungen zur Fäule neigt.

 

Maturana blanca

Die Sorte ist im Norden Spaniens auch unter der Bezeichnung Ribadavia bekannt und zählt zu den ältesten weißen Sorten Spaniens. In der DOCa bedeckt die gerade einmal 35 ha. Bei sehr frühem Austrieb steht sie in der Regel in gut durchlüfteten nicht zu hohen Lagen und gilt als unkomplizierte Sorte was den Anbau betrifft. Die Beeren präsentieren sich klein mit dicker Haut, und auch die Trauben fallen klein und recht kompakt aus. Die Säure wirkt in den meisten Weinen nicht ausgeprägt, zeigt sich aber nach Aussagen der Winzer stabiler als beispielsweise die der Tempranillo blanco.  Das Bukett ist von moderater Intensität, der Fruchtausdruck beschränkt sich im Wesentlichen auf zitrische Noten, begleitet von Gewürzkräutern. An Gaumen dagegen komplex, und charaktervoll, gilt sie als guter Bodeninterpret mit klarem mineralischen Profil.

 

Turruntés de Rioja

Nicht zu verwechseln mit der in Galicien heimischen Torrontés oder gar der gleichnamigen argentinischen Variante. Die Sorte ist verwandt mit der kastilischen Albillo Mayor und weist kompakte Trauben mit großen runden Beeren auf. Ihre Präsenz in Rioja ist mit knapp fünf Hektar minimal. Da sie zu hohen Erträgen neigt, sollte sie auf kargen Böden stehen. Interessanterweise wird sie zu den weißen Sorten mit langem Vegetationszyklus gezählt und reift erst etwa zwei Wochen nach der Viura aus. Sehr moderat im Bukett mit Anklängen von Apfel und Blattwerk. Dafür präsentiert sie sich frisch am Gaumen, ihre Gesamtsäurewert sind hoch und die PH-Werte niedrig, was sie eigentlich als idealen Cuvéepartner auszeichnet. In den höheren Lagen der Rioja Alta auf kargen und steinigen Lehmböden erzielen einige Winzer sehr gute Ergebnisse mit dieser fast ausgestorbenen Sorte.