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So schmeckt Rioja V / Qualitätsstufen

So schmeckt Rioja V / Qualitätsstufen

In den Beiträgen über die vier Qualitätsstufen Teil 1: Die generische Qualitätsstufe und Teil 2: Die drei an Lagerzeit gebundenen Qualitätsstufen haben wir ja bereits lesen können, was das Regelwerk aussagt und auch, dass es gerade im Bereich der „Basisstufe“, den ehemals als „Jovenes“ bezeichneten Weinen, enorme Unterschiede gibt. Bei einem wahren Joven, also einem Jungwein, steht die Frucht im Vordergrund und sonst nichts. Gerade bei Jungweinen, die hauptsächlich aus der Rebsorte Tempranillo entstanden sind, fallen meist Kirsche und Zwetschge als typische Fruchtaromen auf.

Es sind jugendlich-lebendige Tropfen mit viel Trinkvergnügen. In die Basiskategorie falle jedoch auch Weine, die im kleinen Eichenholzfass gereift wurden. Entweder nicht langen genug, um eine der Qualitätsstufen wie Crianza auf dem Etikett zu vermerken, oder weil der Winzer die Freiheit des Schaffens sucht. Gerade bei diesen Superpremium-Weinen erkennt man den Ausbau im Barrique schon gleich am Preis, auch wenn nichts weiter auf dem Rückenetikett vermerkt ist.

Ein Wein der generischen Kategorie „garantía de origen“, der im Preisbereich von 20 Euro und zum Teil deutlich mehr angeboten wird, ist sicherlich vom Holz geküsst worden und somit ein erweitertes Aromenprofil, welches wir ja bereits im vorhergehenden Beitrag „So schmeckt Rioja IV / Fassausbau“ beschrieben hatten. Bei den Weinen, die nur kurz, und dann oft im neuen Barrique gereift wurden, wird dies zumindest auf dem Rückenetikett vermerkt sein, da der Winzer dem Wein ja einen „Mehrwert“ mit auf den Weg gegeben hat.

Crianza, Reserva, Gran Reserva - Wie schmecken die Qualitätsstufen?

Aber wie schmecken denn nun ein Crianza, ein Reserva oder ein Gran Reserva? Ist das leichter zu greifen? Ja und nein. Da es keinen einheitlich definierten Stil gibt – und das ist auch gut so, trägt es doch zur Vielfalt der Rioja bei – sind die geschmacklichen Unterschiede auch innerhalb der Qualitätsstufen groß. Abhängig davon welche Rebsorten verwendet wurden, ob der Wein in neuen oder gebrauchten Fässern gereift wurde und auch aus welcher Unterregion der Rioja die Trauben stammen, entsteht ein individueller Geschmack.

Crianza - Die Visitenkarte einer Bodega

Der Crianza wird gerne als Visitenkarte einer Bodega beschrieben und zeigt auf, in welche geschmackliche Richtung auch die höheren Qualitätsstufen gehen. Meist ist der Holzeinsatz nicht übermäßig, da gerne mit schon länger im Einsatz befindlichen Fässern gearbeitet wird, um die Frucht nicht zu erschlagen. Es kommt also etwas Würze zur Frucht. Der Wein wird etwas komplexer, vor allem aber sind die Weine auch etwas zugänglicher und harmonischer im Geschmack.

Reserva - Große geschmackliche Bandbreite

Beim Reserva ist die Bandbreite der geschmacklichen Ausprägung mit am größten, da in diesem Bereich auch zahlreiche Superpremium-Weine angesiedelt sind. Aromatisch geht es klassisch von mittlerer Konzentration mit kaum spürbaren Einsatz von neuem Holz bis hin zu ganz modernen Exemplaren, bei denen eingekochte Frucht, Schokolade und Tabak das Aromenbild dominieren. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei. Einfach die Reservas verschiedener Kellereien verkosten um den eigenen Favoriten zu finden.

Gran Reserva - Die höchste Qualitätsstufe

Bei der aktuell höchsten Qualitätsstufe, dem Gran Reserva, ist es wieder einfacher, da dies Weine sind, die für ein langes Leben gemacht wurden. Es sind meist Weine, die in ihrer Jugend – auch wenn sie erst nach fünf Jahren auf den Markt kommen dürfen – sich noch fast unnahbar präsentieren. Daher lassen viele Bodegas gerade diese Weine auch deutlich länger in den eigenen Kellern auf der Flasche reifen, als es das Reglement vorschreibt. Zu großer Form laufen die Gran Reservas auf, wenn man ihnen etwas Zeit und damit Reife gönnt. Mehr dazu im nächsten Beitrag „Wie schmeckt Rioja VI / Reife“.