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So schmeckt Rioja VI / Reife

So schmeckt Rioja VI / Reife

Nun wird es spannend. Was Reife betrifft, kann die Rioja ihr Potential voll ausschöpfen und brillieren. Gerade Gran Reservas können etliche Jahrzehnte reifen und dabei immer feiner werden. Bei sachgerechter Lagerung versteht sich.


Wie verändert sich der Geschmack mit der Reifezeit?

Technisch betrachtet, schwinden zunächst die Aromen, die am leichtesten flüchtig und am fragilsten sind. Das sind die Fruchtaromen. Anders ausgedrückt heißt dies ganz einfach, dass Weine mit zunehmender Reife weniger Frucht in der Aromatik zeigen. Dadurch kommen die Aromen von der Reife mehr zum Vorschein, die oft an eher gereifte Frucht und Trockenobst erinnern, bis hin zu feingegerbtem Leder und Waldboden. Gleichzeitig werden die Weine vom Mundgefühl her noch feiner und weicher, die anfangs noch harschen Tannine sind mürbe geworden und schmeicheln nun dem Gaumen.

Gran Reservas – Weine mit Langlebigkeit

Gran Reservas sind von Haus aus Langläufer, da sie schon bevor sie in den Verkauf kommen dürfen, mindestens zwei Jahre im Eichenfass gereift worden sein müssen, so wie Sie es auch im zweiten Beitrag über die Qualitätsstufen nachlesen können. Betriebe, die ihre Top-Gran-Reservas auf Langlebigkeit ausgerichtet haben, lassen diese Weine in aller Regel deutlich länger als gesetzlich vorgeschrieben in vorzugsweise gebrauchten Barriques und später in der Flasche in den kühlen Kellern der Bodega reifen. Erst wenn der Kellermeister der Meinung ist, dass der Jahrgang freigegeben werden kann, kommen solche Weine auf den Markt, oft erst acht bis zehn Jahre nach der Lese. Und das zu Preisen, die mit teilweise schlanken 20 bis 25 Euro noch sehr zivil sind.

Reife Weine - für jeden Geschmack der richtige Wein

Zugegebenermaßen sind reife Weine nicht jedermanns Geschmack. Das muss auch nicht sein. Aber es ist auf jeden Fall eine Erweiterung des geschmacklichen Erfahrungshintergrundes. Zudem kann man sich an die Reife Stück für Stück herantasten. Man muss ja nicht gleich mit einem 50-jährigen Schätzchen beginnen. Verkosten – gerade in geselliger Runde – kann sehr viel Spaß machen und auch unterhaltsam sein. In solch einer Runde kann man dann Erfahrungen sammeln und sich Stück für Stück, Schluck um Schluck über die Jahrzehnte an den Reifegrad herantasten, der einem persönlich am meisten zusagt.

Jeder hat seine eigenen geschmacklichen Vorlieben und liegt damit auch richtig.