Garnacha Blanca
Die weiße Traube Garnacha Blanca ist wahrscheinlich eine Mutation der roten Garnacha Tinta, der sie in vielem ähnelt: Wie ihre rote Schwester ergibt sie weiche, körperreiche Weine mit hohem Alkoholgehalt und fruchtig-blumigen Aromen. In ihrem Heimatland Spanien ist sie auf circa 25.000 Hektar verbreitet, belegt in der Rioja aber nur winzige 14 Hektar.
Garnacha Tinta
Die Garnacha-Tinta-Traube wächst in der Rioja auf rund 6450 Hektar; das sind elf Prozent der riojanischen Rebfläche. Ihre blassrote Farbe täuscht: Sie bringt körperreiche Weine mit einem Alkoholgrad von bis zu 18 Volumenprozent hervor. Im Aroma ist sie fruchtig-süß und tanninarm. Aufgrund ihres hohen Alkoholgehalts, ihrer geringen Säure und ihrer Neigung zur Oxidation wird sie gewöhnlich mit anderen Sorten verschnitten – so auch in der Rioja, wo sie der wichtigste Assemblage-Partner des Tempranillo ist. Die Garnacha-Rebe eignet sich ideal für den Anbau in südlichen Ländern, da sie außerordentlich resistent gegen Hitze und Trockenheit ist. In weißen Rioja-Weinen findet die weiße Schwestertraube der Garnacha Tinta, die Garnacha Blanca, Verwendung.
Gran Reserva
Der Reserva ist die Spitze der riojanischen Qualitätspyramide. Weine mit diesem Prädikat dürfen nur in Jahrgängen gekeltert werden, die der Kontrollrat der D.O.Ca Rioja als ausgezeichnet bewertet hat. Mindestens zwei Jahre Ausbau im Eichenfass und weitere drei Jahre Lagerung in der Flasche sind Bedingung, bevor rote Gran Reservas verkauft werden dürfen. Diese Spitzenweine sind rund und samtig, tanninreicher als ein Crianza oder Reserva und zeigen typischerweise ein komplexes Bouquet mit Noten von dunklen Beeren, Leder, Tabak, Zedernholz, Gewürzen und Orangenschale. Voll entfalten können sie sich zu saftigen Schmorgerichten aus Fleisch oder Wild mit kräftig abgeschmeckten Saucen. Die Mindestlagerzeit für Weißweine und Rosés mit dem Gran-Reserva-Siegel beträgt vier Jahre, davon entfallen mindestens sechs Monate auf den Barrique-Ausbau.
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Handernte
Handarbeit ist ein Synonym für Qualitätsarbeit – auch im Weinberg. Spitzenwinzer lesen ihre Trauben ausschließlich von Hand, denn das garantiert Sorgfalt und rigorose Selektion. Beschädigte Beeren werden schon beim Schneiden am Stock entfernt, und bevor die Trauben in den Keller kommen, werden sie oft auf einem Tisch oder Laufband nochmals sortiert. Nun ist es aber nicht so, dass Erntemaschinen per se zu verteufeln wären. Im Gegenteil, es gibt Situationen, in denen sie dem Menschen sogar voraus sind, zum Beispiel, wenn schlechtes Wetter droht und es schnell eine große Fläche abzuernten gilt. Die Maschine erledigt einen Hektar in wenigen Stunden – ein Mensch braucht dafür mehrere Tage. Auch haben die Vollernter von heute nur noch wenig mit den Höllenmaschinen zu tun die früher grob durch die Rebzeilen fuhrwerkten. Inzwischen werden die reifen Früchte in der Regel durch Schläge auf das Laubdach vorsichtig abgeschüttelt und kommen weitestgehend intakt im Keller an. Erntemaschinen sorgen durch ihre Effizienz letztlich mit dafür, dass es neben exklusiven Spitzengewächsen, für die kein Aufwand zu groß ist, auch leckere Alltagsweine zum kleinen Preis gibt.
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Klima
Die D.O.Ca Rioja steht sowohl unter Atlantik- als auch unter Mittelmeereinfluss. Je nach Teilgebiet dominiert der eine oder andere Klimafaktor. In der Rioja Alta herrscht der Atlantik vor und sorgt eine Durchschnittstemperatur von 13 Grad Celsius und eine jährliche Niederschlagsmenge von 380 Litern pro Quadratmeter. Das Mittelmeer gibt in der Rioja Baja den Ton an, wo die Temperatur auf 14,4 Grad Celsius steigt und nur 280 Liter Regen und Jahr fallen. Am kühlsten und niederschlagreichsten ist das Klima der Rioja Alavesa, die zwar gleichzeitig von Atlantik und Mittelmeer beeinflusst wird, aber in Höhenlagen von fast 500 Metern liegt, was eine Durchschnittstemperatur von nur 12,7 Grad Celsius mit 520 Litern Niederschlag pro Jahr zur Folge hat.
Kontrollrat
Der Kontrollrat der D.O.Ca Rioja (auf Spanisch: Consejo Regulador) ist die Regulierungsinstanz der geschützten Ursprungsbezeichnung. Seine Aufgabe ist es, die Richtlinien für Anbau und Erzeugung der Rioja-Weine festzulegen und ihre Einhaltung zu überwachen, mittels technischer Analysen die Qualität der Weine von der Bodega bis zum Verbraucher sicherzustellen sowie ihre Vermarktung zu unterstützen. Außerdem bewertet er jeden Jahrgang je nach Qualität „gut“, „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“. Der Kontrollrat setzt sich aus Weinbauern und -produzenten, Önologen, Juristen und Marketing-Profis zusammen und hat seinen Sitz in Logroño. Er untersteht dem Nationalen Institut für geschützte Ursprungsbezeichnungen (I.N.D.O.), das wiederum dem Landwirtschaftsministerium angegliedert ist. Amtierender Präsident des Consejo Regulador der D.O.Ca Rioja ist Víctor Pascual Artacho.
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Malvasía
Die weiße Malvasía-Traube stammt vermutlich aus dem antiken Griechenland, wo sie als Lieferantin exzellenter Süßweine geschätzt war. Noch heute werden aus dieser Sorte, die in unzähligen Varianten existiert, vor allem Süßweine erzeugt, etwa in Italien oder auf Madeira. In der Rioja ist die Spielart Malvasía Riojana heimisch, die heute zwar nur noch auf 55 Hektar angebaut wird, aber unverzichtbare Zutat für viele fassgereifte Weißweine ist. Sie verleiht den Weinen feine Vanille- und Moschusaromen sowie viel Körper und Schmelz.
Mazuelo
Die Mazuelo-Traube hat von allem ein bisschen mehr: Tannin, Säure, Farbe, Alkohol, und selbst im Ertrag übertrifft sie alle anderen roten Rioja-Sorten. Mit rund 1670 Hektar sind rund 2,5 Prozent der riojanischen Rebfläche mit Mazuelo bepflanzt. Die Weine sind sehr widerstandsfähig gegen Oxidation, was sie als Verschnittpartner interessant macht.
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P
Produktionsmenge
Im Jahr 2007 produzierten die 595 Bodegas der D.O.Ca Rioja 273,68 Millionen Liter Wein. Im gleichen Zeitraum verkauften sie mit 271,6 Millionen Litern fast ebenso viel. Rund 69 Prozent dieser Menge wurden in Spanien abgesetzt und rund 31 Prozent im Ausland. Hauptexportländer waren Großbritannien, Deutschland, die Schweiz, die USA und Schweden.