
Das Gleichgewicht, durch das sich heute unser Modell der Herkunftsbezeichnung auszeichnet, ist meiner Meinung nach einer der Schlüsselfaktoren für unseren Erfolg, hat es doch eine stabile und nachhaltige Entwicklung unserer Region ermöglicht. Beweis dafür sind sowohl das Wachstum unserer Produktionsstruktur als auch die positive Handelsentwicklung der letzten Jahre. Ein Erfolg, zu dem unser Verwaltungsmodell wesentlich beigetragen hat, welches auf der Schaffung des berufsübergreifenden Dachverbands des Rioja-Weins beruht, einer Organisation also, in der der gesamte Weinsektor vertreten ist und in der die Entscheidungsfassung nur mit dem Konsens einer großen Mehrheit möglich ist. Diese Tatsache hat dazu beigetragen, dass im Rahmen des Kontrollrats der D.O.Ca. Rioja Vereinbarungen getroffen werden, die für die Zukunft der Herkunftsbezeichnung von entscheidender Wichtigkeit sind und in früheren Zeiten wohl kaum möglich gewesen wären.
Mit der Umsetzung ab 2006 des Rioja-Strategieplans 2005-2020 befinden wir uns auf einem Weg in die Zukunft, der vom riojanischen Weinsektor entschieden und mit großer Mehrheit unterstützt wird. Die hier vertretenen Organisationen und Interessensverbände sind sich der Notwendigkeit bewusst, dass für die gewünschte Entwicklung unseres Herkunftsgebiets zahlreiche Neuerungen notwendig sind, um auf diese Weise ein Modell zu konsolidieren, das auf Qualität, Gleichgewicht und Mehrwert beruht und heute sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene als nachzuahmendes Beispiel auf große Anerkennung stößt. Dies ist zweifellos auch eine Sicherheits- und Vertrauensgarantie für all jene, die sich dazu entschieden haben, in unserem Herkunftsgebiet hohe Investitionen in Weinberge und Weinkellereien zu tätigen.
Die Verpflichtung, die im Strategieplan festgelegten Hauptziele zu verfolgen, hat sich darin offenbart, dass die finanziellen Anstrengungen in den Bereichen der Förderung und Konsolidierung unserer Kollektivmarke im In- und Ausland vervielfacht wurden. Die dafür notwendigen Mittel wurden nach dem Prinzip der Mitverantwortung von den Winzern und den Kellereien gemeinsam aufgebracht. Im Jahr 2006 hat der Kontrollrat rund sechs Millionen Euro in Verkaufsförderung investiert, das sind beinahe zehn Mal mehr als noch vor fünf Jahren. Im Rahmen eines ehrgeizigen Verkaufsförderungsplans konzentrieren wir uns insbesondere auf die Märkte mit dem höchsten Exportpotential für unsere Weine wie beispielsweise die USA, Großbritannien und Deutschland, selbstverständlich ohne dabei unseren wichtigsten Markt, den spanischen Binnenmarkt, zu vernachlässigen.
Die Entwicklung der Verkaufszahlen hat sich im Jahr 2006 sowohl hinsichtlich der Menge als auch der Erzeugung von Mehrwert sehr positiv entwickelt. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf unser Prestige und unsere führende Stellung in den höchsten Qualitätssegmenten, nicht nur im Inland sondern auch auf den Exportmärkten. Der Rioja-Wein ist noch immer unumstrittener Bezugspunkt für die spanischen Qualitätsweine, und dies trifft nicht nur auf die klassischen Riojas zu, die vor allem aufgrund ihrer eigenständigen Persönlichkeit auf der ganzen Welt geschätzt werden, sondern auch auf die Rioja-Weine der neuen Generation, die mit einem sehr innovativen Stil aufwarten. Rioja hat es zweifellos verstanden, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation zu finden und zu bewahren, und dabei stets die Entwicklung der Verbrauchernachfrage aufmerksam zu verfolgen und sich umgehend daran anzupassen; nur so ist ihr Markterfolg zu erklären. Diese Tatsache wird auch durch die vom Consultingunternehmen AC Nielsen im Jahr 2006 durchgeführte Studie bestätigt, laut der die führende Stellung der Rioja-Weine auf dem spanischen Markt nicht nur mengenmäßig (40% Marktanteil im Segment der Qualitätsweine), sonder auch bezüglich des Bekanntheitsgrades und der Verbrauchertreue nach wie vor unbestritten ist. Hinsichtlich der internationalen Märkte ist der Bekanntheitsgrad der Kollektivmarke Rioja enorm angestiegen; Rioja gehört bereits zu den weltweit führenden Weinregionen, was nicht nur auf die internationale Bekanntheit der Marke sondern mehr noch auf die sehr hohe Kundentreue zurückzuführen ist. In Deutschland ist Rioja beispielsweise die drittbekannteste Weinbauregion und ihre Weine sind unter den Weinkonsumenten die beliebtesten. In den USA, wo der Bekanntheitsgrad der Rioja-Weine bei 31% liegt, beträgt die Kundentreue gar 81%, während Rioja in Großbritannien zur ersten Weinbauregion Europas erkoren wurde. ;
Hervorzuheben ist auch die positive Bilanz der Weinlese des Jahres 2006, sowohl hinsichtlich der Menge als auch in Bezug auf die Qualität. Dieser Erfolg ist größtenteils der großen Professionalität der riojanischen Winzer zuzuschreiben, sind sie es doch, die sich mit großem Verantwortungsbewusstsein strikt an die Ertragsbeschränkungen des Kontrollrats gehalten haben. Die Festlegung der maximalen Hektarerträge wurde vom Kontrollrat mit dem Ziel verabschiedet, die Traubenqualität zu optimieren und eine ausgewogene Entwicklung des riojanischen Weinsektors zu garantieren. Dieses Verhalten ist ein weiterer Beweis für die entschlossene Verfolgung einer permanenten Qualitätspolitik, welche für die Bewahrung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten unerlässlich ist. Der Weg in die Zukunft ist klar definiert: ein Modell der Herkunftsbezeichnung, dem wir vertrauen und in dessen Rahmen dem traditionellen Ausbau der Rioja-Weine im Eichenfass eine besondere Bedeutung zukommen soll, denn er ist die Grundlage unseres Prestiges.
Schließlich sei noch daran erinnert, dass der Kontrollrat sich auch weiterhin darum bemüht, eine endgültige Lösung für die Genehmigung der neuen Satzung zu finden, denn unsere Herkunftsbezeichnung braucht einen gesetzlichen Rahmen, der ihr ausreichende juristische Sicherheit garantiert, um ihr Verwaltungsmodell effizient anwenden zu können; ein erfolgreiches Modell, das sowohl in Spanien als auch im Ausland auf große Anerkennung stößt.